Netzwerkmuster

Internet und die liebe Resonanz

(10/2019 A.D.)
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An den Bruchkanten von gesellschaftlichen Konflikten lässt sich immer auch hervorragend Geld
verdienen. Nehmen sie den Konflikt Mann gegen Frau. Der Konflikt Links gegen Rechts. Oder
vielleicht schon bald Alt gegen Jung. Wen man in der Lage ist einen Konflikt zu befeuern, kann
man das auch tun in der Absicht danach mit dem aufgewirbelten Staub Geld zu machen. Am
einfachsten mit Medien und Büchern zu dem Thema. Aber sie können Konflikte sogar so weit
pushen, das eine ganze Industrie davon leben kann.
(Siehe Propagandamaterial für Links vs. Rechts)

All diese Konflikte bestehen; aber es gibt einen zentralen Konflikt, der darüber liegt, und auf den
sich alle anderen Konflikte, zu guter Letzt, zurückführen lassen. Es ist schlicht und einfach der
Konflikt zwischen OBEN und UNTEN. Aber es kämpfen ja nicht nur die 99% gegen das 1%.
Es kämpft ja die Mittelschicht gegen die Ober- und Unterschicht. Jede Schicht oder sogar jedes
Milieu kämpft um Ressourcen. Immer: entweder gegen oben oder unten. Aber auch diesen
zentralen Konflikt anheizen birgt ein gewisses Risiko, obwohl es der einzige Konflikt ist, den es
tatsächlich zu bearbeiten gelten würde.

Wollen sie jetzt Resonanz im Internet erzeugen, z.B. um damit Geld zu verdienen, bringen sie
immer auch Menschen auseinander. Das ist aber eigentlich gar nicht nett. Viel netter ist es doch
die Menschen zusammenzubringen. Aber mit eben diesem Zusammenbringen lässt sich kaum
Resonanz, also auch kein Geld verdienen. Zumindest im ersten Moment deutlich schwieriger.

Weiters möchte ich noch eine Feststellung machen:

Wissenschaftlicher Content verkauft sich ganz schlecht im Internet. Wissenschaft ist kein
Fast-Food. Die tiefe der Themen und Texte benötigen einige Bearbeitungszeit wen man von
ihnen profitieren will. Schnell eine hübsche Person auf Instagram liken ist viel schneller erledigt.
Und man musste dafür nicht einmal großartig nachdenken. Die Entscheidung zu liken traf das
limbische System im Bruchteil einer Sekunde. Der Einsatz der Großhirnrinde war also gar nicht
erforderlich. Deswegen kann auch jeder zwischen attraktiv und unattraktiv unterscheiden, aber
fast niemand zwischen wahr und falsch. Bei vielen endet ihr denken wohl irgendwo im
Kleinhirn.

Schönen Tag und Danke fürs Lesen.

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